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Datum: 06.11.2019
Rubrik: Gesellschaft

Aus der Vergangenheit lernen

Gedenken an die Opfer der Pogromnacht

Der 9. November gilt in Deutschland mit dem Fall der Berliner Mauer vor allem als Symbol der Wiedervereinigung und als Abschluss der deutschen Teilung.

Ca. 50 Jahre vor dem Mauerfall läutete dieses Datum mit den Novemberpogromen von 1938 eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte ein.

In der Nacht vom 9. zum 10. November begann das nationalsozialistische Regime damit, jüdische Synagogen, Wohnungen, Geschäfte und Friedhöfe zu zerstören und niederzubrennen.

Die Pogrome stellen den Übergang von der Diskriminierung deutscher Juden zur systematischen Verfolgung und Vernichtung dar, in dessen Folge Millionen starben und in Konzentrationslagern inhaftiert wurden.

Bis heute werden vielerorts Gedenken abgehalten, um diese Verbrechen gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Welche Bedeutung die Gedenken für Deutschland und seine Zukunft haben, erläuterte uns der Gesandte der israelischen Botschaft, Avraham Nir-Feldklein, schon 2017 bei der Gedenkveranstaltung in Eberswalde, vor dem Denkmal „Wachsen mit Erinnerung“.

Der Gedenkort wurde auf den Trümmern der Eberswalder Synagoge erbaut, die ebenfalls den Flammen der Pogromnacht zum Opfer fiel.

Keine 50 Jahre stand das Versammlungs- und Gebetshaus in der Kreisstadt, bis es vernichtet und ein Großteil der Eberswalder Juden offen angegriffen und verhaftet wurden.

Heute umgeben zwei Meter hohe Mauern das Fundament der Synagoge, im Inneren wächst unangetastet ein kleiner Hain heran.

Ein Symbol, dass die Synagoge nie wieder betreten werden kann – die Erinnerung aber wächst weiter.

Am 9. November finden auch in diesem Jahr in ganz Deutschland Gedenken und Andachten an die Opfer der Pogromnacht statt.

Um 18 Uhr beginnt in Eberswalde die Veranstaltung vor dem Denkmal „Wachsen mit Erinnerungen“, unter anderem mit einem Konzert deutscher sowie jüdischer Musiker.

Im Dom Fürstenwalde hält Pfarrer Erichsen um 18 Uhr eine Andacht zum 81. Jahrestag der Pogromnacht ab.

In Bernau lädt das Netzwerk für Weltoffenheit die Bürger um 18:30 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz.

 Die Strausberger finden sich schon um 10 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof ein, um den Opfern dieser Zeit zu gedenken.

Um herauszufinden, ob auch in ihrer Gemeinde ein Gedenken abgehalten wird, wenden sie sich an ihre örtliche Kirchengemeinde.

Bericht/Kamera/Schnitt: Wilhelm Zimmermann

 

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