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Datum: 08.10.2019
Rubrik: Gesellschaft

Jagdhörner und Wildschwein fürs „Karree Grünrock“

Richtfest am Neubau der Wohnungsbaugenossenschaft „Neues Wohnen“ – Bau gut im Plan

Strausberg (sd). Künftig wird der Försterweg 1 um die Ergänzungen a bis e, die im „Karree Grünrock“ entstehen, bereichert. Kürzlich konnte am ersten der insgesamt fünf Neubauten der Wohnungsbaugenossenschaft „Neues Wohnen“ Richtfest gefeiert werden.Inzwischen sind die Garagen, die zuvor im Komplex am Försterweg 1 gestanden haben, für viele Leute nur noch bloße Erinnerung. Schnell wuchs die neue Baustelle in Strausberg Vorstadt unweit des Bahnhofs, ragen Kräne über die Wohnblocks und lassen erahnen, dass hier etwas Neues entsteht.  Die fünf entstehenden Wohnhäuser werden insgesamt 76 Wohneinheiten zwischen 48 und 121 Quadratmetern bieten, wobei das Gros von Zweiraumwohnungen gebildet wird und eine Fünfraumwohnung die größte Einheit ist. Dazu kommen noch ein Begegnungsraum und der neue Verwaltungssitz. „Wir hoffen auf einen bunten Mix aller Generationen“, unterstreicht Martina Jakubzik vom Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft.

„Karree Grünrock“ wird der neue Komplex künftig heißen. Und ganz im Sinne der Grünröcke eröffneten Vertreter der Jagdhorngruppe des Jagdverbandes Altkreis Seelow das Richtfest. Nicht die erste Zusammenarbeit ist es für die KEB Bauunternehmung aus Lebus, die für den Rohbau verantwortlich ist, wie Geschäftsführer Frank Kütbach unterstreicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die unter anderem auch auf Zauneidechsen zurückzuführen waren, liegen die Arbeiten derzeit sogar leicht vor dem Zeitplan. Doch der Winter bleibe abzuwarten, mahnt Kütbach.

Unter den zahlreichen Gästen waren nicht nur bestehende Mieter und einige der fast 1.200 Mitglieder zählenden Genossenschaft „Neues Wohnen“. Auch die ersten 30 Mieter, die voraussichtlich schon im nächsten Frühjahr einziehen können, verschafften sich einen Eindruck.

Gerade einmal vier Monate nach der Grundsteinlegung folgte das Richtfest, erinnerte Bürgermeisterin Elke Stadeler. Dafür gebühre „großer Respekt“, wurde doch „viel abgeliefert in kurzer Zeit“. Zudem stellte Stadeler fest, es sei in der Bundesrepublik und besonders in Brandenburg kaum noch üblich, vor dem Bauplan zu sein. Im Stadtgebiet verändere sich viel und so begrüßt nicht nur Elke Stadeler den modernen und barrierefreien Neubau, erinnerte aber gleichzeitig, dass die Mieten natürlich etwas höher ausfielen als bei bestehenden Objekten. „Der erste Neubau ist bislang sehr gelungen, zumal alle Mieter über den Genossenschaftsanteil ein Stück weit dabei sind. Auch dank der Bundeswehr gibt es eine tolle Entwicklung in der Vorstadt, die auch durch mutige Entscheidungen, die es zu treffen galt, ermöglicht wurde“, schloss Strausbergs Bürgermeisterin.

„Wir haben in 19 Jahren viel geschafft, dass uns kaum jemand zugetraut hatte“, schloss sich Martina Jakubzik an. Mit sieben Gründungsmitgliedern, 528 Wohnungen und einem Kapital von 13 Millionen D-Mark habe alles begonnen. Bis heute seien alle Objekte vollsaniert und vollvermietet, was den Neubau notwendig machte. Während über den Mietendeckel diskutiert werde, habe die Genossenschaft bereits 2004 eine bis 2022 gültige Mietengrenze beschlossen, fügte Jakubzik hinzu.

Auch bei dem Neubau waren die Bedingungen nicht immer ideal, erinnerte die Vorstandsvertreterin und nannte stichpunktartig Bauvorschriften, steigende Baupreise, ausgelastete Firmen, Abrissgenehmigungen und – Zauneidechsen, die geschützt sind. Doch mit Goethes Worten könne auch „mit Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, etwas Schönes geschaffen werden“. Zusätzlich bestärkte Schiller, der feststellte: „Wer nichts wagt, darf nichts hoffen.“ Großes Ziel ist Wohnen für alle und in genossenschaftlicher Harmonie zusammenleben – auch für Fledermäuse und Eidechsen. Nach dem Richtspruch von Polier Detlef Schulz wurden traditionell die Sektgläser kaputt geworfen, bevor Martina Jakubzik und Vorstandskollegin Daniela Seek die symbolischen letzten Nägel einschlugen. Mit dem Abspiel der Jagdhornbläser war der offizielle Teil beendet. Anschließend ging es auf Besichtigungstour, konnten Fragen geklärt werden und wartete das reiche Buffet auf – stilecht mit einem Wildschweinbraten.

Viele Gäste informierten sich über das Bauvorhaben am Försterweg.     Foto: sd

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