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Datum: 30.09.2019
Rubrik: Sport

Seit 50 Jahren beim Strausseelauf dabei

1969 ging Jochen Malz das erste Mal beim Laufevent an den Start

Strausberg (sd). Wenn am Donnerstag der Startschuss zum 83. Strausseelauf fällt, ist auch Jochen Malz wieder mit am Starterfeld. Seit 50 Jahren läuft er mit und ist der Lauftradition vielfältig verbunden.

1969 war Jochen Malz endlich 18 und konnte damit am Lauf um den Straussee teilnehmen. Zu dieser Zeit wurde der Hauptlauf auf die 9,2 Kilometer-Runde der Herren reduziert, sodass sich Malz gedulden musste. „Auf Frage meines damaligen Sportlehrers Bernd Boßdorf, der zugleich ehrenamtlicher Kampfrichterobmann des Kreises Strausberg war, fing ich zunächst als Helfer an bis ich alt genug war“, erinnert sich der Freizeitläufer bis 1966 zurück, wo er noch Oberschüler in Strausberg war.

Die Strecke war für den jungen Mann damals eine Herausforderung, war er doch bislang eher Mittelstrecken gewohnt. „Es machte Spaß. Der Kontakt zu den anderen Teilnehmern wurde besser, ich hatte auch ein paar Idole dabei. Und dazu noch diese tolle Landschaft“, so Jochen Malz, dessen Begeisterung sich bis heute gehalten hat. Bedingt durch Ausbildung und Studium sowie teils auch Verletzungen nimmt er seit 1969 nun zum 30. Mal als aktiver Läufer teil. Doch die Anziehung des Strausberger Lauf-Events ist so groß, dass Jochen Malz immer dabei war. Wenn nciht als Läufer, dann eben als Berichterstatter, Helfer und Begleiter.

Uta Pippig, die auch aktuell wieder mit um den Straussee läuft, oder Sigmar Grabow, Jürgen Holzäpfel, Götz Lindenberg, Virginia Albrecht, Beatrix Wernicke sind nur einige bekannte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die nicht nur als Sieger und Rekordhalter eng mit dem Laufevent verbunden sind. Viele von ihnen hat Jochen Malz sogar persönlich kennengelernt. „Je weiter ich mich mit dem Lauf befasste, desto weiter ging ich auch zurück an die Anfänge 1924, recherchierte, wie der Lauf entstanden ist und sich entwickelt hat“, ergänzt der Wahl-Berliner mit einer engen Verbundenheit zu Strausberg.

Schon beinahe akribisch hat Jochen Malz seine eigenen Teilnahmen dokumentiert, Läufe und Zeiten ausgewertet, Zeitungsartikel gesammelt. Aus all dem ist so über die Jahre hinweg eine eigene Chronik entstanden, die ein umfassendes Bild über den Freizeitsportler und seine Verbindung zu einem der ältesten Herbstläufe der Region zeichnet. So stellte Jochen Malz 1974 über die 4,1 Kilometer sogar einen Streckenrekord auf, der erst 2011 gebrochen wurde. Doch darüber hinaus hat Jochen Malz auch umfangreiche Dokumente, Fotos, Berichte und teils sogar Zeitzeugendokumente seit 1924 zusammengetragen. „Ich habe sowohl im Strausberger Stadtmuseum als auch im Archiv in Frankfurt alles zusammengetragen, was ich zum Strausseelauf finden konnte“, berichtet Malz. Daraus entstand schließlich eine eigene Chronik.  Von praktisch jedem Strausseelauf sind Berichte zu finden, ebenso natürlich Übersichten aller Sieger und Rekordhalter mitsamt Strecken und Zeiten.

Dass der Start von Höhe des Strausberger Freibades über die alte Jahn-Statue, wo heute der Spielplatz am Fichteplatz ist, vom Areal neben dem heutigen Fontane-Gymnasium bis schließlich auf die August-Bebel-Straße „gewandert“ ist, zeigt Malz bei einem Training vor Ort. Vor allem die stetig steigenden Teilnehmerzahlen machten diese Änderungen nötig, weiß Malz. Nun als Rentner tritt er auch etwas kürzer und stellt sich in diesem Jahr dem 4,1-Kilometer-Lauf. Für ihn eine Möglichkeit, sich zu bewegen, den Kreislauf und die Durchblutung anzuregen. Auch sonst läuft er so oft wie möglich, begleitet von seiner Lebenspartnerin Susanne Möller. Seit 2006 tritt Möller, die früher sogar Marathons lief, auch um den Straussee herum an. Doch sie begleitet nicht nur ihren Partner, sondern genießt sowohl die Strecke als auch die Gesellschaft, wie sie erklärt.

Schon seit einigen Tagen fahren beide immer wieder an den Fichteplatz oder andere Stellen am See und absolvieren trainingsweise ihre Strecken. Beide sind etwa auf vergleichbarem Trainingsniveau und freuen sich schon, wenn am 3. Oktober wieder der Startschuss gegeben wird. Aus dem Alter Bestzeiten und Rekorde aufzustellen, seien sie raus, sind sich Möller und Malz einig. Die Teilnahme und das Ankommen im Ziel seien wichtiger geworden. „Die Rekorde laufen inzwischen andere“, schmunzelt Jochen Malz. Beide konzentrieren sich mehr darauf, im Ziel anzukommen.

Neben dem sportlichen verrät Jochen Malz indes ein weiteres persönliches Ziel: Nachdem schon viele Seiten an Fotos und Berichten zusammengekommen sind, soll alles bis 2024, pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum des Strausseelaufs in Leder gebunden als Chronik erscheinen.

Blättern in der bisherigen und der persönlichen Chronik:Susanne Möller (links) und Jochen Malz vor dem Start zurTrainingsrunde am Straussee. Foto: BAB/sd

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