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Datum: 27.07.2019

Start in die vorletzte Phase Schlossgut

Erster Spatenstich für Neubau der Orangerie – Arbeiten am Schlosspark schreiten voran

Altlandsberg (sd/sr). Drei auf einen Streich: Auf dem Schlossgut wurde nicht nur die neue Ausstellung zu Kulturland Brandenburg eröffnet, sondern auch noch der erste Spatenstich für den Neubau der Organgerie vollzogen und am Abend gab es noch eine Theateraufführung im Domänenhof. Nach vielen Hürden starte das Projekt Schlossgut nun in die vorletzte Phase.

„Speis und Trank für Effi Briest“ ist der Titel der Ausstellung, die gleichzeitig der Altlandsberger Beitrag im Projekt „Stadtwärts! Zu Gast in der Mark“ der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ im Rahmen der Kulturland Brandenburg Kampagne „fontane.200“ ist. Gabriele Stave und Werner Stephan vom Theater im Gutshaus stellten sowohl szenisch als auch gesanglich Episoden und Anekdoten aus dem Leben Theodor Fontanes dar. Dabei wurden sie sogar live vom fünfjährigen Maddox gekonnt auf dem Keyboard begleitet: „Und es kommt ein andrer Tag“ heißt das vertonte Fontane-Werk, das die beiden erstmalig sangen.

„Heute ist einmal mehr ein besonderer Tag“, griff Bürgermeister Arno Jaeschke das Motto auf und leitete zur zweiten der drei Etappen über. Der Eröffnung der Kulturland-Ausstellung folgte der symbolische erste Spatenstich für den Neubau der Orangerie auf den alten Grundmauern. Es gehe in eine neue Etappe der Sanierung des Schlossguts. Bauhistorische Spuren seien gefunden worden, das Bodendenkmal als Teil des kulturellen Erbes erhalten und gesichert. Beim Bestandteil des ältestens Teils der Schlossanlage aus dem 17. Jahrhundert werden 2,5 Millionen Euro, darunter 1,9 Millionen an Fördermitteln des ELER-Programms, investiert, wie Jaeschke erklärt. Die Orangerie wird derzeit mit etwa 1,6 Millionen Euro geschätzt. Als weitere Teile werden Terrasse und Schlossgarten parallel saniert.

„Der Neubau ist zwar nicht so wie das Original, fügt sich jedoch zum räumlichen Verständnis des Ensembles ein“, führt Altlandsbergs Bürgermeister aus. Schlossgut-Geschäftsführer Stephen Ruebsam hatte eigens insgesamt zehn Spaten mit dem Schlossgut-Logo beschafft. Doch zuvor ergriff Jutta Lieske das Wort. Als Landtagsabgeordnete sei sie oft vor Ort und betonte, dass sich bei diesem Projekt alle Akteure einig seien. „Für mich überholt die Umsetzung schon jetzt meine Vorstellungen nach der Planung“, so Lieske weiter und unterstrich, dass vor allem die Unterstützung der Ministerien viel zum Erfolg beigetragen habe. So viele Minister und Staatssekretäre wie hier, seien sonst an kaum einem anderen Ort persönlich gewesen und zu Werke gegangen.

Ideen und solide Finanzen seien besonders dank mutiger Stadtverordneter umsetzbar, so Jutta Lieske, die nicht mehr zur Landtagswahl antreten wird. „Wenn es die Städtebauförderung nicht gäbe, müsste man sie erfinden“, begann Jörg Vogelsänger und ergänzte, dass sich in Altlandsberg seit 30 Jahren zeige, was damit machbar ist. Dadurch sei die Stadt auch ein wichtiges Vorzeigeobjekt, wenn es in die Diskussionen in Brüssel zur Förderung gehe. Nur beim Brau- und Brennhaus sei Vogelsänger skeptisch gewesen, habe sonst immer vollstes Vertrauen in die Verantwortlichen und ihre anfangs kühn erscheinenden Visionen gehabt. Bereits heute sei mehr sicht- und greifbar, als es vor wenigen Jahren noch den Anschein hatte.

Abschließend dankte Arno Jaeschke insbesondere den Stadtverordneten für ihren Mut, trotz einiger Widerstände zu dem Vorhaben Schlossgut zu stehen. Mit Orangerie und Schlosspark gehe es bereits in die vorletzte Etappe des Großprojekts, so Jaeschke weiter. Allerdings stünden bereits Optionen offen für weitere Maßnahmen. Ohne das Zusammenwirken verschiedener Stellen sei so ein Vorhaben kaum umsetzbar und so packten zum Spatenstich neben Jutta Lieske und Jörg Vogelsänger (beide SPD) auch Carla Bork als Stellvertreterin des Landrates, Kristy Augustin (CDU), Marko Büchel (Linke), Ortsbürgermeister Ravindra Gujjula, und sogar der kleine Maddox sowie Planer und Unterstützer zum Spaten.

Ausverkauft war das alljährliche Sommertheater auf dem Domänenhof im Anschluss an vielerlei Gespräche und ein kleines Buffet nach dem Spatenstich. Knapp 200 Gäste freuten sich am lauen Sommerabend über eine herrlich pointierte Inszenierung des Lustspiels „Die deutschen Kleinstädter“ des „Theater 89“. Die Uckermärker touren seit Jahren für die AG „Städte mit historischen Stadtkernen“ durch Brandenburg, jedes Jahr ein bisschen erfolgreicher, wie Matthias Zahlbaum, der expressiv den Bürgermeister mimte, berichtet. Ganz besonders beeindruckt haben die Gesangseinlagen, ein Markenzeichen der Truppe – hervorzuheben hier Kristin Schulz, im Stück Bürgermeister-Tochter. Das Stück aus der Zeit Fontanes berichtet lustig von Beziehungen, Politik, Vitamin-B und vielem mehr – scheinbar schon damals in kleinen Städten das A und O.

BU: Zehnfacher Spatenstich: Kommunal-, Kreis- und Landespolitiker, Planer, Instrumentalist und Unterstützer packten wieder gemeinsam an.      Foto: BAB/sd

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