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Datum: 23.04.2019
Rubrik: Gesellschaft

Krötenwanderung

NABU hilft Kröten über die Straße

Jetzt im Frühjahr ist wieder die Zeit der Krötenwanderungen. Auf ihrem Weg zu ihren Laichplätzen müssen sie oft auch stark befahrene Straßen überqueren, was ihnen oft zum Verhängnis wird.

Zu hunderten sterben die Kröten durch Menschenhand bei ihrem natürlichen Fortpflanzungsverhalten.

So auch auf der Wandlitzer Straße am Obersee, wo viele Kröten durch das Engagement einiger Bürgerinnen und Bürger gerettet werden konnten.

Die professionelle Unterstützung kam vom Nabu, der sich dem Problem angenommen hat und auf 300 m Länge in dem Bereich erstmalig einen Krötenzaun errichtet hat.

Die freiwilligen Helfer tragen sich abwechselnd in Listen ein und gehen jeden Morgen den Zaun ab. In regelmäßigen Abständen sind Eimer in den Boden eingelassen, in die die Kröten auf der Suche nach einem Durchschlupf durch den Zaun hineinfallen. In jedem Eimer ist ein mit Wasser getränkter Schwamm, an den sich die Kröten schmiegen können, damit sie bei heißem Wetter nicht austrocknen. Außerdem befindet sich ein Stock in jedem Eimer, damit andere Tiere wie zum Beispiel Mäuse, wieder herausklettern können.

Die Aufgabe der Helfer ist es, die Kröten aus den Eimern zu sammeln. Sie werden gezählt und registriert. Anhand der Zahlen kann der Nabu auch die Notwendigkeit der Aktion belegen, was unter Anderem die Bewilligung von Geldern begünstigen kann, beispielsweise für den Bau von Krötentunneln.

Durch die Tunnel können die Kröten selbstständig die Straßen queren und sind nicht auf menschliche Hilfe angewiesen. Hier am Obersee müssen die Helfer die Tiere sicher über die Straße bringen. Das haben sie in diesem Jahr schon sehr erfolgreich getan.

1600 Erdkröten wurden seit dem 9. März schon über die Straße getragen und es wurden hier nur 5 tote angefunden, keine davon im Bereich des Zauns.

Nach dem Laichen im See zieht es die Kröten wieder zurück in den Wald. Damit sie auf ihrem Rückweg nicht an dem für sie unüberwindbaren Bordstein scheitern, wurden dort Lücken hineingeschnitten, durch die die Kröten die Straße verlassen können.

An viele Stellen gibt es weder Zäune noch Tunnel, weswegen es wichtig ist, dass auch die Autofahrer bei Krötenwanderungen vorsichtiger fahren, vor allem in warmen, feuchten Nächten. Sie können Bereiche umfahren, in denen es starke Krötenwanderungen gibt. Auch eine Drosselung auf Tempo 30 kmh wäre hilfreich.

Das Sterben der Kröten kann wirkungsvoll vermieden werden, mit mehr oder weniger großem Aufwand. Und das, ohne dass sich der Mensch aus ihrem Lebensraum zurückziehen muss.

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