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Datum: 08.08.2018

„Kann deutlich darüber hinausgehen“

Bürgerversammlung markiert Anfang der Erstellung eines Lärmaktionsplanes – Verkehrsentwicklungskonzept angeregt

Strausberg (sd). Die Stadt soll einen Lärmaktionsplan erhalten, wozu Dienstagabend auf einer Bürgerversammlung informiert wurde. Neben Messungen, Erfahrungen und Meinungen wurde auch die Entwicklung eines Verkehrsentwicklungskonzepts angedacht.


Recht übersichtlich gestaltete sich die Runde der Bürgerversammlung zum Lärmaktionsplan im Konferenzraum der Stadtverwaltung. Anja Krause, Fachgruppenleiterin Stadtplanung, Thomas Elsner, Sachbearbeiter Stadtentwicklung, und Hartmut Jonas vom Landesamt für Umwelt gaben den Anwesenden Einblicke in die Grundlagen und Messungen zur Erstellung eines Lärmaktionsplans. „Die Ergebnisse des Treffens fließen in die Vorlage ein“, so Thomas Elsner. Die ursprünglichen EU-Vorgaben flossen in das Bundesemissionsschutzgesetz ein, wobei sich einzelne Zuständigkeiten nach den Lärmquellen richten. Für die einzelnen Umsetzungen zuständig sind die Kommunen.


Große Lärmkartierungen von 2007, 2012 und 2017 hingen nahe der Versammlungsrunde. Auffällig, dass der Lärm zwischen den letzten beiden Darstellungen deutlich weniger geworden zu sein schien. „Es ist tatsächlich nicht etwa leiser geworden, die nicht mehr erfassten Straßen unterliegen einfach nicht mehr der Richtlinie“, klärt Hartmut Jonas vom Landesumweltamt auf. So sind nach Vorgaben der Europäischen Union lediglich die Hauptverkehrswege entlang der Umgehungsstraße sowie von der Ernst-Thälmann-Straße über Berliner und August-Bebel-Straße, An der Stadtmauer bis zur Hohensteiner Chaussee relevant. Tatsächlich gemessen werde bei den Betrachtungen zudem nicht, sondern alle fünf Jahre per Modell hochgerechnet.


Die Unzulänglichkeiten der EU-Vorschriften seien bekannt, sodass die tatsächliche Belastung vor Ort eine ganz andere sei, die EU-Vorgaben dennoch den Mindestanforderungen entsprechen. „Ab 2019 gelten neue EU-Rechenvorschriften“, ergänzt Jonas und fügt hinzu „der Lärmaktionsplan kann deutlich darüber hinaus gehen“.


Zudem stelle die Straßenlärmkartierung keine rechtliche Grundlage für Forderungen zur Lärmreduzierung dar, wirft Thomas Elsner ein. Er unterstreicht den Appell an die Bürgerinnen und Bürger, sich einzubringen und ihre Erfahrungen in die Erstellung des Lärmaktionsplans einfließen zu lassen. Aktuelle, laufende und geplante Maßnahmen der Stadtverwaltung zur Lärmreduzierung stellte Elsner vor und ergänzte Einwürfe der Anwesenden. Teils konkretere Maßnahmen, Erfahrungen und auch neue Ansätze stellen jedoch nur einen Teil des „anhaltenden Prozesses“ dar.


Da der Verkehr Schwerpunkt der Betrachtungen ist, wurde die Erstellung eines Verkehrsentwicklungskonzeptes angeregt. Dies könne zusammen mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept für eine ganzheitliche und zukunftsorientierte Planung und Umsetzung genutzt werden, wie Anja Krause zusammenfasste. Die Fachgruppenleiterin Stadtplanung nehme den Impuls dazu auf und gebe ihn in die weitere Verwaltungsarbeit. „Es gibt noch viel zu tun“, stellte Krause abschließend fest. Zudem können sich Interessierte und Betroffene jederzeit über die Stadtverwaltung informieren und gegebenenfalls selbst Anträge an das Straßenverkehrsamt stellen, wenn sie sich besonders belastet fühlen und Gegenmaßnahmen im Sinn haben.


BU: Hartmut Jonas (stehend) erläutert die bisherigen Messungen der Lärmbelastung.    Foto: BAB/sd


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