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Datum: 19.07.2018
Rubrik: Sport

So nah dran war die Ruder-Bundesliga noch nie

Besonderes Rennen in Minden – Zuschauer direkt an der Kaimauer, Sportler gefordert

Minden/Rüdersdorf (e.b./juh/sd). Einzigartig – anders kann man den dritten Renntag der Ruder-Bundesliga nicht zusammenfassen. Dieses Mal ging es für den Achter des Rüdersdorfer Rudervereins Kalkberge e. V. (RRVK) ins ostwestfälische Minden.
Und dort wartete ein ganz besonderes Experiment des Liga-Veranstalters auf die Sportler und Zuschauer. Der Renntag in Minden ist zugleich Halbzeit im Ligabetrieb. Auch für den Secuinfra-Achter aus Rüdersdorf. Zielstellung für die Halbzeitpause: den neunten Platz in der Tabelle und damit den Anschluss an die Spitze halten. Dieses Mal war es allerdings so eng wie noch nie – aber nicht aus sportlicher Sicht.
Es gibt Renntage in der Ruder-Bundesliga, die sind besonders und es gibt Renntage, die sind einfach nur spektakulär. So wie der dritte Renntag in Minden, einem beschaulichen kleinen Örtchen in Ostwestfalen. Wer rechnet damit, dass ausgerechnet dieses kleine Örtchen mit einem Bundesliga-Renntag aufwartet, den es so noch nie gegeben hat? Schauplatz: das Wasserstraßenkreuz in Minden. Hier kreuzt der Mittellandkanal die Weser. In einer 24 Meter breiten Trogbrücke, 13 Meter über dem schiffbefahrenen Fluss. Eine Herausforderung für jeden Steuermann, denn die Rennstrecke war dieses Mal besonders eng. Zwischen Kaimauer und Bojenkette hatten die Achter gerade einmal zwei Meter Platz. Steuerfehler hätten hier enorme Schäden am eigenen Boot und sogar dem gegnerischen Boot bedeuten können.  „Ich glaube, alle haben im Vorfeld damit gerechnet, dass es hier eine Materialschlacht geben würde. Aber Gott sei Dank ist nichts passiert“, resümiert Christian Nowak vom Secuinfra-Achter Rüdersdorf am Ende des Tages erleichtert.
Der letzte Renntag in Werder an der Havel im heimischen Revier lief für die Rüdersdorfer Männer mit ihren Kooperationspartnern aus Pirna nicht wie erhofft. In der Tabelle ging es zwar zwei Plätze nach oben, aber sportlich gesehen war die Mannschaft nicht vollends zufrieden. An diesem Tag wollten sie es besser machen. Dabei helfen sollten dieses Mal Benjamin Kawalle, Tino Töpfer, Matthias Mehl-Uderhardt, Christian Nowak und Mirko Leiste. Doch es kam anders als geplant.
In den Time-Trials wartete gleich mal eine echte Herkulesaufgabe: der Hauptstadtsprinter aus Berlin, Sieger des vergangenen Renntages und Tabellenführer gemeinsam mit dem Gastgeber-Achter aus Minden. Der Rüdersdorfer Mannschaft um Schlagmann Benjamin Kawalle war bereits vor dem Start klar: Das wird schwer. Sie sollten recht behalten. Das Rennen ging mit drei Sekunden Vorsprung an den Hauptstadtsprinter. Und nicht nur das. Die Zeit von 1:02 Minuten reichte gerade einmal für Platz 14 von 18. Allen war klar, im Achtelfinale musste unbedingt ein Sieg her, um am Ende des Tages noch um die vorderen Plätze mitzufahren. Der Gegner im Achtelfinale hieß wieder einmal TK-Achter aus Dresden. Ein Déjà-vu, denn bereits in Werder ging es im Achtelfinale gegen die Mannschaft aus Sachsen. Dort mit dem besseren Ende für den Secuinfra-Achter. Vom Start weg lagen beide Boote gleich auf. Es sollte wieder einmal ein harter Kampf werden. Doch dann verlor Tino Töpfer den Grip an seinen Riemen, zog den sprichwörtlichen „Krebs“ und blieb mit seinem Riemen im Wasser hängen. Dieses Mal hieß der Sieger in diesem Duell TK-Achter aus Dresden. Die Enttäuschung stand den Rüdersdorfer Männern ins Gesicht geschrieben.
Doch es half alles nichts, denn im Viertelfinale wartete mit dem Emscher-Hammer Achter aus Wanne-Eickel/Hamm eine neue Chance. Ein Gegner, der schlagbar ist, aber nicht zu unterschätzen. Doch auch hier lag das Glück nicht auf der Seite der Rüdersdorfer: Den Sieg im Viertelfinale musste der Secuinfra-Achter an den Gegner abgeben. Spätestens jetzt war allen klar, heute wird es nicht mehr weit nach vorne gehen.
Einziger Hoffnungsschimmer: der Weserbergland-Achter aus Hameln. Der Gegner im Halbfinale kämpft in der Bundesliga-Tabelle um die rote Laterne. Dieses Mal waren die Rüdersdorfer in der Favoritenrolle und dieser konnten sie auch gerecht werden. Der erste Sieg an diesem Tag für den Secuinfra-Achter. Zu spät, denn im Finale ging es jetzt nur noch um den 15. Platz. Dort wartete der Travesprinter aus Lübeck. Ein Gegner, der schon in der vergangenen Saison im hinteren Tabellenfeld der 2. Bundesliga zu finden war. Mit zwei Sekunden Vorsprung ließen die Rüdersdorfer ihren Gegnern keine Chance. Immerhin ein Sieg auch im Finale.
Am Ende des dritten Renntages steht für den Secuinfra-Achter Rüdersdorf ein 15. Platz auf dem Tableau. Zu wenig. „Wir haben die Chancen auf eine gute Platzierung gleich am Anfang liegen lassen. Nach hinten heraus konnten wir zwar noch was gut machen. Aber nur, weil auch unsere Gegner dann nicht mehr zu den Besten gehörten“, bringt es Schlagmann und Teamchef Benjamin Kawalle auf den Punkt. Sieger des Renntages ist erneut der Hauptstadtsprinter aus Berlin. Sie konnten mit diesem Sieg ihren Vorsprung in der Tabelle ausbauen. Für den Secuinfra-Achter geht es dagegen bergab. Den guten neunten Platz nach dem vergangenen Renntag in Werder konnten die Rüdersdorfer nicht mehr halten. Stattdessen geht es zurück auf den 11. Platz.
Beim kommenden Renntag in Leipzig heißt es dann wieder, alles auf Anfang. Noch haben die Rüdersdorfer Männer zwei Renntage Zeit, sich wieder nach oben zu arbeiten. Trotz des schlechten Abschneidens an diesem Tag ist die Mannschaft aus Rüdersdorf begeistert von Minden. „Die Kulisse hier ist einfach einzigartig. Vor allem, weil die Zuschauer auf der Kaimauer direkt neben der Rennstrecke stehen. In Hamburg auf der Binnenalster ist die Nähe zum Publikum schon gewaltig, aber hier ist das noch viel extremer“, zeigt sich Benjamin Kawalle begeistert und setzt zwinkernd hinzu: „Nirgendwo sonst schlägt man sein Boot 13 Meter unterhalb der Rennstrecke ab. Auch das ist einzigartig in Minden“.


BU: So dicht wie in Minden kommen die Zuschauer selten an die Ruderer heran, zumal der Trog das Geschick der Sportler forderte.     Foto: e.b./Alexander Pischke/RBL


 

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