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Datum: 28.06.2018
Rubrik: Gesellschaft

Deutsch-litauisches Johannisfest gefeiert

Litauisches Restaurant präsentierte Nationalgerichte / Musik, Magie und Haarkränze

Hoppegarten (la). Litauische Gastfreundschaft, Küche und Traditionen erfuhren Besucher vor Kurzem auf dem ersten Deutsch-litauischem Johannisfest. Petras Breimelis, Vorsitzender der Litauischen Gemeinschaft in Berlin e. V., war das erste Mal in Hoppegarten, um dort mit zahlreichen Gästen das Johannisfest zu begehen. „Voriges Jahr noch feierten die drei baltischen Staaten zusammen dieses Fest im Grunewald. Da es dieses Jahr nicht klappte, suchten wir einen neuen Veranstaltungsort“, erzählt Breimelis. Gefunden wurde er in Hoppe-garten, auf dem Innenhof der Gemeinde in der Lindenstraße, dank der Initiative der Hoppe-gartnerin Vilma Range, die auch aus Litauen stammt. Sie fragte kurzfristig Bürgermeister Karsten Knobbe, ob er sich solch ein Fest in Hoppegarten vorstellen könne. Er konnte.
Litauische Musik klingt aus Boxen, eine Litauerin informiert an einem Stand über ihr Land, litauisch gekleidete Verkäufer kredenzen deftige Gerichte, nebenan gibt es litauische geistige Getränke. „Sie müssen unbedingt das litauische Nationalgericht, die Cepelinais, probieren“, empfiehlt Edita Razmenaite, Konsulin der litauischen Botschaft.  Was das ist? Ein üppiges Essen, mit Hackfleisch oder Quark gefüllte Kartoffelklöße, die mit einer Sauce aus gebratenem Speck, Zwiebeln und Sauerrahm kredenzt werden. Und das Johannisfest (auch „Jonines“ (christlich) oder Rasos švent (heidnisch) genannt)? Tatjana Dippel, eine Besucherin, erklärt es: „Das ist das Sommersonnenwende-Fest. Litauen wurde erst spät christianisiert. Bis heute existieren heidnische Bräuche zu dieser längsten Nacht des Jahres. Das Wasser in dieser Nacht ist magisch aufgeladen, gesammelte Kräuter haben besondere Heilkräfte. Überall brennen Johannisfeuer, über die die Männer springen. Und es wird die ganze Nacht getanzt und gesungen.“ Da erst seit der Zeit um 1500 die Schriftsprache existiere, habe man die alten heidnischen Lieder von Generation zu Generation singend weitergereicht, die heute noch gesungen werden, so Dippel. Tradition ist es auch, in dieser Nacht in den Wald zu gehen und eine Farnblüte zu suchen, die Glück und Wohlstand bringen soll. Und Haarkränze aus frischen Kräutern und Blumen zu flechten. Diese werden dann ein Jahr aufbewahrt, um Krankheiten fernzuhalten. Um sie dann im nächsten Jahr, zusammen mit den abgewehrten Krankheiten, dem reinigenden Feuer zu übergeben.


BU: Mitarbeiter des litauischen Restaurants „Berneliu Uzeiga“ aus Kaunas verwöhnten die Gäste mit deftigen Nationalspeisen. Eine davon nennt sich „Cepelinais“. Foto: BAB/la


 

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