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Datum: 13.06.2018
Rubrik: Gesellschaft

Seit 50 Jahren angekommen!

Der Deutsch-Ungarische Freundeskreis feiert Doppeljubiläum

Der Deutsch-Ungarische Freundeskreis feierte am vergangenen Samstag in Eberswalde ein Doppeljubiläum. Vor 50 Jahren, also vor einem halben Jahrhundert kamen zahlreiche Ungarn als Facharbeiter in den Barnim. Ermöglicht hatte dies ein Abkommen zwischen den Regierungen der DDR und Ungarns. Vor 25 Jahren gründete sich der Deutsch-Ungarische Freundeskreis. Wir durften mit der Kamera an den Feierlichkeiten teilnehmen.


Vor 50 Jahren schlossen die Regierungen der DDR und Ungarns ein Abkommen, um jungen ungarischen Werktätigen das Arbeiten in der DDR zu ermöglichen. Auch nach Eberswalde kamen viele Ungarn, um dort zu arbeiten und zu leben. Sie bekamen Anstellungen im Kranbau und im Walzwerk. Nicht wenige von ihnen blieben, heirateten und bauten sich eine Existenz im Barnim auf. Seit 1993 treffen sich Deutsche und Ungarn unter dem Dach des Eberswalder Kulturbundes, im Deutsch-Ungarischen Freundeskreis. Zum diesjährigen 25. Jubiläum und dem gleichzeitig 50. Jahrestag des Abkommens, wurde am vergangenen Samstag, dem 09. Juni in einem feierlichen Akt eine ungarische Eiche auf dem ehemaligen Gelände des Kranbauparks, dem heutigen Westend-Stadion gepflanzt. Des Weiteren enthüllte man, in Anwesenheit des Schirmherrn der Jubiläumsveranstaltung, dem Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen eine Gedenktafel am Funktionsgebäude des Stadions. Der Vorstandsvorsitzende Gyula Budavári ist stolz auf die geglückte Integration der Ungarn im Barnim und erinnert sich gerne an die Zeiten von Damals. Sport und das Vereinsleben spielten bei der Integration der Ungarn in den DDR-Alltag Ende der 60er Jahre, eine große Rolle. Im zweiten Teil der Festveranstaltung traf man sich im Plenarsaal des Paul-Wunderlich-Hauses, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen, aber auch um zu diskutieren. Zum Beispiel über die harte Arbeit in Stahlbau und Walzwerk, aber ebenso über aktuelle Probleme in der Integrationspolitik. Auch der ungarische Konsul Csaba Schultheisz war zum Fest nach Eberswalde gereist. Bundestagsabgeordneter Jens Koeppen, Landrat Bodo Ihrke und Bürgermeister Friedhelm Boginski hielten die Festreden. Bis in den späten Abend hinein wurde gefeiert und der Vergangenheit gedacht. Im Austausch mit anderen, kam so manch übereinstimmende Erinnerung ans Tageslicht. Eiche und Gedenktafel werden wohl auch in den kommenden 50 Jahren noch an das Abkommen der beiden Staaten und an die Menschen, die es verbunden hat, erinnern. Der Blick in die Vergangenheit zeigt oft, wie sich die Gegenwart gestalten wird. Der deutsch-ungarische Freundeskreis, möchte seinen Teil zur Völkerverständigung beitragen und zeigt, dass Integration gelingen kann. Ein altes ungarisches Sprichwort lautet: Jobb adni, mint kapni. Es ist besser, zu geben, als zu bekommen.


Bericht/Kamera/Schnitt: Florian Beyer

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