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Datum: 08.03.2018

Zusammenarbeit fürs Patientenwohl

Projekt der Immanuel-Klinik und des Krankenhaus Woltersdorf wurde zertifiziert


Rüdersdorf (sd). Besonders mit zunehmendem Alter sind Traumata nach Stürzen nicht mehr so einfach zu verkraften und erfordern eine längere Nachbetreuung. Ein Kooperationsprojekt von Abteilungen der Kliniken in Rüdersdorf und Woltersdorf wurde nun von unabhängiger Stelle als mustergültig zertifiziert.


Eher aus praktischer Erfahrung heraus begannen die Unfallchirurgie der Immanuel-Klinik und die Geriatrie des evangelischen Krankenhauses in Woltersdorf eine beispielhafte Zusammenarbeit. „Trotz anfänglicher Skepsis begannen wir Ende 2015 etwas füreinander zu tun und uns miteinander zu verknüpfen", erklärt Holger Kulse, Leiter der Unfallchirurgie der Rüdersdorfer Klinik. Gemeinsam mit Nadine Martin, Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie in Woltersdorf begann eine Kooperation, die letztlich zur Zertifizierung als alterstraumatologisches Zentrum führte.


„Unsere Patienten profitieren von abgestimmten Therapien und reibungslosen Überführungen. Gleichzeitig können wir unsere Platzkapazitäten und Möglichkeiten besser ausnutzen", so Nadine Martin. Unabhängig von den unterschiedlichen Trägern der medizinischen Einrichtungen tauschen sich die Mitarbeiter zweier sonst getrennter medizinischer Bereiche aus. Bislang wurden Patienten nach der erfolgreichen Erstbehandlung in der Chirurgie in eine Geriatrie zur weiteren Genesung überführt, ohne dass ein tatsächlicher Austausch zwischen den Fachbereichen stattfand. Eine Kooperation, die so in der Region bislang einzigartig ist.


So ist Nadine Martin zwei mal die Woche in Rüdersdorf und lernt so bereits die Patienten kennen. Während aus chirurgischer Sicht die Folgen von Unfällen schnell behoben werden können, bedarf es einer altersangepassten Weiterbehandlung bis zur völligen Genesung. Oft vermeiden ältere Menschen nach einem Sturz oder Unfall ähnliche Handlungen und gehen so in eine Schonhaltung, wie Dr. Martin berichtet. Auch das sei ein Aspket, der vor allem im eingespielten Team aus Pflegekräften, Sozialdienstmitarbeitern und Physiotherapien beider Krankenhäuser stärker berücksichtigt werde als gewöhnlich. So müsse nach dem Wechsel in die zweite Klinik nicht von vorne begonnen werden, da die Behandlungs- und Patientendaten parallel ausgetauscht werden. Zudem können sich Betroffene und medizinsiches Personal bereits im Vorfeld kennenlernen. Weiteres Kernelement sind daher die regelmäßigen Treffen und Besprechungen der Akteure beider Krankenhäuser.


Der Geschäftsführer der Immanuel-Klinik Rüdersdorf erhob sein Glas auf die Personen beider Häuser, die eine solche Zertifizierung mit ihrer Arbeit erst möglich gemacht haben. „Wir haben nun eine externe und unabhängige Bestätigung, dass wir einen sehr guten Weg eingeschlagen haben. Ich wünsche allen weiterhin gutes Gelingen bei der Arbeit ganz im Sinne unserer Patienten", so Mommert. „Wir haben den Stein ins Rollen gebracht. Der Bereich der Alterstraumatologie entwickelt sich rasch und wir leisten hier eine gewisse Pionierarbeit. Ich hoffe, dass wir noch zahlreiche Unterstützer gewinnen können und so das alterstraumatologische Zentrum eine feste Institution wird", so Holger Kulse.



BU: Arbeiten in einem großen Team zusammen: Holger Kulse und Nadine Martin (vorne mit Zertifikat) mit Pflegekräften, Sozialdienstmitarbeitern, Physiotherapeuten und Alexander Mommert (hinten, Dritter von links), Geschäftsführer der Immanuel-Klinik. Foto: BAB/sd


 


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