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Datum: 12.05.2017
Rubrik: Kunst & Kultur

Der Tod eines jungen Jägers

Archäologin Blandine Wittkopp erzählt von den Ausgrabungen in Eichwerder

Eichwerder (ma). Über 30.000 Fundstücke haben die Archäologen um Blandine Wittkopp bereits in Eichwerder gefunden. Den größten Teil von ihnen allerdings, würden Fachfremde kaum als solche erkennen. Zu klein und unscheinbar sind sie. Im Zuge des Ausbaus der Ortsdurchfahrt untersuchten die Archäologen den Baugrund und wurden fündig. Aufgrund der Grabungen ruhen die Bauarbeiten an der Straße seit dem Herbst letzten Jahres. Einzig das Grabungsteam ist in dem wie ein großer Sandkasten wirkenden Baufeld zu beobachten. Bisher sind 820 sogenannte Befundstellen in vier Ebenen unterschiedlicher Epochen dokumentiert. Ein Indiz für eine lange Besiedelung von Ur-Eichwerder. In einem spannenden Vortrag unter dem Titel „Ausgrabungen der Neolithischen Totenhütte und Siedlungsspuren bis in die vorrömische Eisenzeit“ gab Blandine Wittkopp in der letzten Woche im Gemeindehaus Eichwerder einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Archäologen. Sie erzählte den Besuchern von einmaligen Funden. So zeigte sie Fotos von einer kleine Grabkammer in der Überreste eines etwa 18 Jahre alten Jägers gefunden wurden. Es sei extrem selten, dass aus der Jungsteinzeit menschliche Überreste gefunden werden, so die Archäologin. Die lange Lagerung in der Erde lasse die Knochen verschwinden. Eine Anthropologin konnte in diesem Fall aber sogar noch das Alter des Toten schätzen. In Hüfthöhe des jungen Jägers lagen sechs unterschiedliche Pfeilspitzen aus Stein. Entweder waren es seine Waffen oder sie dienten der Jagd. Als Grabbeigaben wurden ein Tongefäß der sogenannten Schnurkeramik und ein Steinbeil gefunden. Letzteres deutet Wittkopp eher als Statussymbols denn als Werkzeug. Das lasse wie auch kleinere Schmuckfunde im Grabungsfeld auf eine höhere gesellschaftliche Stellung der Bewohner schließen, ebenso Funde, die auf eine Salzproduktion schließen lassen. Salz wurde zu jener Zeit mit Gold aufgewogen.

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