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Datum: 26.01.2017

Fundamente für eine Energiezukunft

Baubeginn mit Grundplatten für Windkraftanlagen – Meilenstein für Rehfelde EigenEnergie


Rehfelde (sd). „Das Rehfelder Modell der Energiewende von unten…": Vor nunmehr fünf Jahren wurde der damalige Arbeitskreis Rehfelde EigenEnergie für seine Idee, Rehfelde mit selbsterzeugtem Strom zu versorgen, eher belächelt. Doch die Initiatoren konnten mit ihren Konzepten überzeugen, eine eigene Genossenschaft entstand, die das nötige Kapital für die Errichtung zweier Windenergieanlagen (WEA) aufbringt. Gemeinsam mit dem Planungsbüro „Denker & Wulf", das sich auf Windkraft als erneuerbare Energie spezialisiert hat, wurden Konzepte erstellt, Szenarien durchgespielt, Fragen geklärt, Finanzierungsmodelle und Zeitleisten erstellt. Die Erteilung der Baugenehmigung im Oktober, das 150. Arbeitskreistreffen im Dezember – 2016 ging es Schlag auf Schlag vorwärts mit der Realisierung des ehrgeizigen Vorhabens. Am 15. Dezember folgten erste bauliche Maßnahmen: Zuwegungen zu den Baustellen am Windfeld nahe den Rehfelder Ortsteilen Werder und Zinndorf wurden über den Acker angelegt. „Die Eberswalder Firma Rouvel leistete gute Vorarbeit, bevor die Fachkräfte des Unternehmens Max Bögl, das mit dem eigentlichen Bau der Anlagen beauftragt ist, ans Werk gingen", ergänzt Sylvia Moritz, Projektmanagerin von „Denker & Wulf". „Zum Glück hat das Wetter bislang mitgespielt, sodass wir im Zeitplan bleiben", freut nicht nur sie sich. Lediglich im B-Planverfahren gab es ein paar Verzögerungen. Dass es auch kritische Stimmen gab und gibt ist nicht vergessen: „Wir haben alle nötigen Untersuchungen und Analysen bestanden, der Bau ist nicht mehr aufzuhalten", so Heinz Kuflewski und Helmut Grützbach vom Vorstand der Genossenschaft Rehfelde EigenEnergie. Auch während des Betriebs der WEA erfolgen kleinere Abschaltungen und ein sogenanntes Monitoring: Es wurde untersucht wie beispielsweise Schattenwurf – eine oft unterschätzte Belastungsquelle für Anwohner – und Flugwege von Fledermäusen und Vögeln verlaufen. Kurzzeitige Abschaltungen der Rotoren sollen negative Effekte verhindern. Gleichzeitig wird im Monitoring überwacht, ob sich die Tiere aufgrund der Windkraftanlagen anders verhalten, um nötige Änderungen im Abschaltrhythmus vornehmen zu können.


Symbolisch wurde am Dienstag, dem 24. Januar 2017, zum Spatenstich auf die erste Baustelle eingeladen. Bauleiter Helmut Krug erklärte, wie zunächst eine 21 Meter durchmessende Grundplatte aus rund 650 Kubikmetern Beton und 80 Tonnen Stahl entsteht, bevor die eigentliche Windkraftanlage aufgebaut wird. Bei einer Nabenhöhe – der Punkt, an dem die Rotorblätter aufgehängt sind – von 141 m wird mit einem jährlichen Energieertrag von 14.500 Megawattstunden pro Anlage gerechnet. „Genug, um Rehfelde zu versorgen und darüber hinaus Interessierte aus der Umgebung mit Strom beliefern zu können", zeigen sich Heinz Kuflewski und Helmut Grützbach überzeugt. Derzeit werden noch Verhandlungen mit Energielieferanten geführt, welche die Vermarktung übernehmen, da die Genossenschaft dies nicht leisten kann. Läuft alles weiterhin nach Plan, kann ab Juni/Juli erzeugter Strom der zwei Anlagen ins Netz gespeist werden – als „Rehfelder Tarif" soll der grüne Strom die Region versorgen. Eine Zielsetzung ist es, mit dem Preis noch unter dem Tarif des Grundanbieters zu bleiben.



BU: Rund 80 Tonnen Stahl und anschließend fast 650 m³ Beton bilden das 21m durchmessende kreisrunde Fundament der ersten Windenergieanlage. Rund vier Wochen benötigen die Arbeiter für diese Grundplatte.    Fotos: sd


 



 


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