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Datum: 12.01.2017
Rubrik: Vereinsleben

(Gemeinsames) singen hält jung!

Männerchor „Eiche 1877“ Fredersrdorf e. V. feiert sein 140. Jubiläum


Fredersdorf-Vogelsdorf (lh). „Singen hält jung", das ist das Motto des Männerchores „Eiche 1877" e. V. Fredersdorf. Der Chor kann auf eine lange und bewegte Vereinsgeschichte zurückblicken. Der Chor wurde am 16. Januar 1877 als Männerchor „Eiche" gegründet. Man geht davon aus, dass es sich dabei um den Betriebsgesangsverein der Firma „Bohm" handelte, denn es wird vermutet, dass die Familie Bohm den Verein finanziell unterstützt, und nachweislich waren viele Mitglieder, vorneweg zwei der drei Gründungsmitglieder - Kron und Windpfennig - Mitarbeiter der Bohmschen Fabrik. Dabei waren sie nicht der erste Chor, der sich in Fredersdorf gründete, denn es gibt Aufzeichnungen über einen „Gesangs-Bildungs-Verein Fredersdorf", der sich bereits 1825 gründete. Was mit diesem Chor im Laufe der Geschichte geschah, ist nicht überliefert, es gibt Vermutungen, dass der Chor in den Männerchor übergegangen ist bzw. nach dem Krieg nicht mehr existierte. Die Kriegsjahre hinterließen deutliche Spuren, denn viele Vereinsmitglieder wurden einberufen und viele Unterlagen gingen in dieser Zeit verloren. 1946 kamen Fredersdorfer und Neuenhagener Sänger zusammen, um den Chor wieder ins Leben zu rufen.


Das Originalstatut des Vereins ist bis heute erhalten. Vereinsvorsitzender Rainer Prawitz bewahrt es wie einen Schatz bei sich auf dem Dachboden auf. Darin festgeschrieben sind die Ziele des Vereins, das Kulturerbe und die Chorgemeinschaft zu pflegen. Das ist noch heute, 140 Jahre später, die Zielsetzung des Vereins. Der Verein singt hauptsächlich alte Volkslieder, wie „Am Brunnen vor dem Tore" oder „Heideröslein", aber auch die ein oder anderen englischen, französischen und auch lateinischen Lieder sind dabei. „In unserem Statut steht, dass wir uns für die Bewahrung des alten deutschen Liedgutes einsetzen, wenn nicht wir, wer dann?", so Rainer Prawitz. Er selbst ist seit den 80er Jahren beim Männerchor „Eiche 1877". Als er damals von Strausberg nach Fredersdorf gezogen ist, nahm ihn ein Arbeitskollege mit und seitdem ist er dabei. Ihm hat das Singen großen Spaß gemacht, aber was ihm darüber hinaus noch gefiel, war die Gemeinschaft. „Jeder hat jedem geholfen. Damals waren noch alle berufstätig und trotzdem war der Zusammenhalt sehr groß", erinnert sich der 65-Jährige. Heute ist das anders. Viele Mitglieder sind schon in Rente, einige sind schon seit 50 Jahren dabei, einige leben auch nicht mehr. Aber die Chorgemeinschaft ist nach wie vor stark. Auch wenn der Chor nur aus Männern besteht, derzeit sind es 20 aktive Sänger, sind auch die Ehefrauen fester Bestandteil des Vereins. „Ohne die Frauen geht gar nichts, das fängt schon beim frisch gebügelten Hemd an", sagt Rainer Prawitz. Die Frauen kümmern sich um Vieles im Hintergrund und stärken ihren singenden Männern den Rücken.


Der Männerchor „Eiche 1877" e. V. Fredersdorf ist ein gemeinnütziger Verein. Die Männer treten oft bei Veranstaltungen, Feiern oder einfach so in Altenheimen oder anderen Einrichtungen auf. Denn der §1 ihres Status besagt, dass der Verein durch Gesang das Leben erheitern will. Dabei pflegen die Männer auch engen Kontakt zu anderen Chören aus der Umgebung ,wie dem Männerchor „Flora 1877" aus Petershagen oder dem Männerchor „Frohsinn 1880" e. V. Neuenhagen b. Berlin. Wie alle Chöre, plagt auch den Männerchor „Eiche 1877" das Nachwuchsproblem. Doch trotzdem wollen sie sich nicht mit einem anderen Chor zusammenschließen. Dazu hat Vereinschef Prawitz eine ganz eigene Meinung: „Die anderen Chöre haben eine ganz andere inhaltliche Ausrichtung als wir, wir haben uns den alten deutschen Volksliedern verschrieben und das würde verloren gehen, außerdem würden wir in fünf Jahren trotzdem wieder dastehen und neue Mitglieder suchen, denn so lösen wir das Problem nicht".


2006 bekam der Chor vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler die Carl-Zelter-Plakette, die höchste deutsche Ehrung für Laienchöre, verliehen. Überreicht wurde sie während einer Feierstunde aus Anlass des 125. Chorjubiläums des Neuenhagener Männerchores von der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka.


Am 16. Januar 2017 wird der Männerchor offiziell 140 Jahre alt. Aus diesem Anlass lädt der Verein um 16 Uhr in die Bahnhofsstraße Ecke Lindenallee. Hier steht die Eiche, die der Verein zu seinem 125. Bestehen gepflanzt hat. Bei Glühwein wird der Chor ein paar Lieder zum Besten geben. Zu der kleinen Geburtstagsfeier sind alle herzlich eingeladen. Eine große Festfeier soll es am 1. April 2017 geben.



BU: Der Männerchor singt auf Festen, in Senioreneinrichtungen und zu offiziellen Anlässen. Die singenden Herren haben sich vor allem dem alten Liedgut verschrieben.     Foto: lh


 



 


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