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Datum: 02.01.2017
Rubrik: Vereinsleben

Fürsprecher der Pflanzen und Tiere

Nabu Ortsgruppe in Fredersdorf-Vogelsdorf setzt sich für ein Miteinander von Mensch & Natur ein

Fredersdorf-Vogelsdorf (lh). Seit 2000 gibt es in Fredersdorf-Vogelsdorf einen Verein, der sich für den Naturschutz engagiert. Die Ortsgruppe des Naturschutzbundes, kurz NABU, gründete sich vor 16  Jahren als Naturschutzaktiv auf Initiative von Uwe Klemm, Nadine Viehrig und Andreas Hinz. Seit 2008 ist die Ortsgruppe ein eingetragener Verein mit 150 Mitgliedern.
Oberste Prämisse der Nabu Ortsgruppe ist der Naturschutz. Das bringt vielfältige Aufgaben mit sich. In Fredersdorf-Vogelsdorf setzt man sich vor allem für den Erhalt von Rückzugsbiotopen ein wie zum Beispiel dem sogenannten grünen Dreieck zwischen Bruchmühler Straße, Ahornstraße, Busentscher Weg und Altlandsberger Chaussee sowie dem Grünzug Fredersdorf Nord. Dabei geht es den Mitgliedern nicht darum generell eine Bebauung zu verhindert. „Gegen Lückenbebauung ist nichts einzuwenden, aber die Natur muss ihre Rückzugsorte haben“, erklärt Hinz. Auch jetzt, wo zum wiederholten Male die Bebauung der Freifläche in der Akazienstraße durch einen Investor im Raum steht, ist der Nabu aktiv. Oft ist er in der Gemeinde unterwegs und schaut, wie es den Tieren und Pflanzen geht. Schon als Kind hat er sich für die Tiere begeistert. Dank einer Sendung war er als Schulkind viel draußen unterwegs und hat Tiere beobachtet. Mit acht Jahren dann fasste er den Entschluss den Tieren zu helfen. Dieser Entschluss gilt noch heute. Zwischenzeitlich kamen noch die Pflanzen dazu, denn sie sind für Mensch und Tier überlebenswichtig. Der Nabu Fredersdorf-Vogelsdorf hat eine Grünfläche zwischen Weberstraße und Schöneicher Allee von der Gemeinde gepachtet. Hier haben die Mitglieder eine Gehölz- und Streuobstwiese angelegt mit heimischen Pflanzen, die den Tieren Rückzugsmöglichkeiten bieten soll. Eine kleine Blockhütte dient als Stützpunkt. Auf der Wiese führt die Ortsgruppe auch regelmäßig Kurse zum Mähen mit der Sense oder naturfreundlicher Gartenbewirtschaftung durch. Dem Nabu liegt außerdem der Landeswasserhaushalt und der Baumschutz am Herzen. Der Krumme See, der regelmäßig austrocknet und somit auch alle anderen Gewässer wie das Mühlenfließ und die Waldteiche in Vogelsdorf trockenfallen, beschäftigen die Mitglieder sehr intensiv. Erst kürzlich haben die Nabu-Mitglieder beobachtet, dass am Abfluss des Bötzsees der Pegel sinkt wohingegen er am Zufluss konstant bleibt. Eine Erklärung dafür gibt es jedoch nicht.
In Fredersdorf-Vogelsdorf gibt es einen relativ strengen Grundsatzbeschluss für die Nachpflanzung von Bäumen. Durch diese Reglementierung ist es schwer Bäume nachzupflanzen, daher wird das Geld in einem Pool gesammelt und die Bäume sollen an einer Ausgleichsfläche nachgepflanzt werden. Andreas Hinz arbeitet derzeit an einem Konzept, das, wie er sagt, ein Gegengewicht bilden soll. „In dem Grundsatzbeschluss sind ganz viele Ding nicht berücksichtigt“, merkt Hinz an, der seine Kindheit in Fredersdorf verbrachte. Auch vielen Bürgern stößt es auf, dass gefühlt immer mehr Bäume gefällt, aber kaum welche nachgepflanzt werden. Mit Hilfe von kleineren und anpassungsfähigen Baumarten will Andreas Hinz nicht nur zur Artenvielfalt beitragen, sondern auch den grünen Charakter der Gemeinde erhalten.
Einmal im Monat trifft man sich zu Arbeitseinsätzen, Gedankenaustausch und zur Aufgabenverteilung. Auch wenn der Verein Mitgliederstark ist, so fehlt es an Nachwuchs. Der feste Kern, zählt zehn bis zwölf aktive Mitglieder. „Im Moment fehlt die Kraft“, erzählt Hinz. Er habe über die Jahre gelernt, dass man Themen immer und immer wieder auf den Tisch bringen muss und dass man Naturschutz nicht anhand der Gesetze durchdrücken kann. „Man muss die Leute überzeugen. Wenn sie gegen etwas sind, dann findet sich immer ein Weg. Die Natur braucht Fürsprecher.“



BU: Die Nabu- Mitglieder haben ihre Zentrale auf der Streuobstwiese an der Schöneicher Allee.



Foto: Anja Bierau

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