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Datum: 09.02.2018
Rubrik: Gesellschaft

Historischer Moment und besonderer Dank

Erste gemeinsame Jahreshauptversammlung der Doppeldorf-Wehren – Schwerpunkte bei Einsatzbereitschaft


Petershagen/Eggersdorf (sd). Historisch belegt ist, dass die Ortswehren in Zeiten von Personalmangel und Ausrüstungsknappheit enger zusammenrücken. Doch dass die Ortswehren Petershagen und Eggersdorf in diesem Jahr erstmalig eine gemeinsame Jahreshauptversammlung durchführten, spiegelte eher den Zusammenhalt wider und bot Raum, neben einem Arbeitsüberblick den Menschen im Hintergrund Dank zu sagen.


Die heutigen Anforderungen an Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren werden immer umfangreicher, das Ausbildungsfeld immer weiter, da nicht jeder alles kann, wie Gemeindewehrführer Marco Rutter einleitete. Nicht nur deshalb seien Spezialisierungen und Kooperationen innerhalb des Doppeldorfs und über die Ortsgrenzen hinaus immer wichtiger. Von 355 Einsätzen im letzten Jahr verteilten sich 149 auf Eggersdorf, 190 auf Petershagen und auf umliegende Orte wie Strausberg, Tasdorf und Altlandsberg. Während Hilfeleistungseinsätze leicht unter dem Durchschnitt rangierten, machen wetterbedingte Einsätze mittlerweile gut 80 Prozent der Einsätze aus. Vor allem die beiden Stürme im Oktober 2017 ließen die Einsatzzahl in die Höhe schnellen. Rekordwerte der Einsätze, bedingt durch das Sturmtief „Kyrill" von 2007, wurden rund verdoppelt. Die Zeiten mit 40 Einsätzen pro Ortsteil seien längst vorbei, was auch auf das anhaltende Gemeindewachstum zurückzuführen sei.


„Viele Eindrücke müssen verarbeitet werden, jedoch fehlt oft die Zeit, was die Belastung noch erhöht", so Marco Rutter. Mit 126 Aktiven konnte ein leichter Anstieg vermeldet werden, während die Nachwuchskräfte deutlich mehr geworden sind. Auf einen veränderten Tagesablauf führte Rutter zurück, dass mit zwölf bis 15 verfügbaren Kameraden die Sollstärke nicht ganz erreicht werde. „Maßnahmen zur Verbesserung der Tagesbereitschaft sollten Priorität haben, wobei bestimmte Tageszeiten größere Bedarfe zeigen", so der Gemeindewehrführer mit einem Verweis auf Einsätze, zu denen nur ein bis drei Kameraden ausrücken konnten. Gestiegen sei zudem der bürokratische Aufwand, weswegen Rutter auf eine Neuaufstellung des Personals verwies. Inzwischen sei eine neue Stelle in der Verwaltung ausgeschrieben, die dieser Forderung entgegenkomme, erklärte Johannes Kliegel, der Bürgermeister Olaf Borchardt in der Aula der Grundschule Eggersdorf vertrat. Die Wehren wachsen in der Gemeinde und interkommunal zusammen, unterstrich Kliegel und betonte, es sei eine große Aufgabe, die Handlungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr auch zukünftig zu sichern. Kreisbrandmeister Sebastian Nestroy ergänzte, vielerorts sei eine ähnliche Lage bei den Tagesverfügbarkeiten zu beobachten und die Verantwortlichen müssten ihre Lehren daraus ziehen.


Mit dem neuen Tanklöschfahrzeug, der Umrüstung auf LED-Beleuchtung in Eggersdorf und zahlreichen weiteren Beschaffungen wurde auf die gute Unterstützung seitens der Gemeindeverwaltung verwiesen. Weitere Höhepunkte waren das 110-jährige Jubiläum der Petershagener Wehr zusammen mit dem 650. Ortsjubiläum. Neben Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür hätte das vergangene Festjahr gezeigt, dass die Feuerwehr häufiger bei anderen Feierlichkeiten präsent sein sollte. So sollten mehr Menschen erreicht werden, da zu Öffnungen des Depots oft kaum Außenstehende erreicht würden. Ein weiterer Personenkreis, der dem eigenen Personalnachwuchs zugutekomme, soll künftig über eine stärkere Präsenz in den sozialen Medien erreicht werden. „Wir müssen an unserer Selbstdarstellung arbeiten und bei Facebook und Co. präsenter werden. Im Idealfall mit einem Verantwortlichen speziell für diesen Bereich", so Rutter weiter. Nach einem Ausfall des Funks in Folge von Sturmschäden wurde auf Facebook eine direkte Erreichbarkeit innerhalb weniger Minuten hundertfach geteilt. Aus derzeit zwei Facebook-Auftritten solle künftig ein gemeinsamer werden, was für Bürgerinnen und Bürger übersichtlicher sei.


Traditionell konnte ein besonders engagierter Vertreter der Kinder- und Jugendabteilung auf das vergangene Jahr zurückblicken. Für Max Schuchardt war es gleich eine doppelte Premiere, umfasste sein Bericht doch gleich beide Ortswehren. Gemeinsame Übungen und Auftritte zu Feierlichkeiten waren ebenso Höhepunkte für die Nachwuchskräfte wie Teilnahmen an Wettbewerben und Ausflüge. Indes ist der Aufwand im Nachwuchsbereich so groß, dass ein vierter Jugendwart begrüßt wurde.


Bei den traditionellen Ehrungen und Beförderungen wurde auch einem besonderen Dank Raum gegeben: Oft eher im Hintergrund seien Rückhalt und Unterstützung von Familien und Angehörigen für die Kameradinnen und Kameraden mindestens ebenso wichtig, wie gesund von den Einsätzen zurückzukehren. Ob unterstützend bei Schreibarbeiten, Nachberichten und Dokumentation oder während Dauereinsätzen mit einer warmen Mahlzeit im Gerätehaus tun Angehörige sehr viel, was oftmals untergehe. Stellvertretend wurden deshalb im Rahmen der Auszeichnungen auch einige Angehörige geehrt.



BU1: Alle Ausgezeichneten, Geehrten und Beförderten nahmen nach dem offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung vor den Einsatzfahrzeugen Aufstellung zu einem Gruppenfoto.       Fotos (2): BAB/sd


 



BU2: Wichtige Arbeit im Hintergrund: Marco Rutter dankte Frauen und Partnerinnen.


 



Ehrungen und Auszeichnungen


Medaille für 40 Jahre Treue Dienste in der Feuerwehr



Ralf Gastegger, Viola Blankenburg-Tews




Medaille für 20 Jahre Treue Dienste in der Feuerwehr



 


Stefan Schwanke, Sven Walluscheck




Medaille für 10 Jahre Treue Dienste in der Feuerwehr



 


Paul Willmann





Beförderung...


 



 



 


zum/zur Feuerwehrmann/-frau Moritz Reinke, Jasmin Laue


 







 




zum Oberfeuerwehrmann Paul Gerwien, Kevin Cartsburg, Maximilian Cartsburg, Volker Schulz, Albert Ahl


 



zum Hauptfeuerwehrmann Riccardo Zimmermann, Sebastian Buley, John-Paul Gansewendt


 



zum Löschmeister Marco Ebert, Tobias Gesche


 



zum Oberlöschmeister Tino Anger, Paul Willmann


 



zum 1. Hauptlöschmeister Thomas Roy


 



zum Brandmeister Kai Standfuß, Norbert Schulz


 


zum Oberbrandmeister Daniel Hermann


 



zum Hauptbrandmeister Stephan Zieseniß




Ehrungen für besonderes Engagement im vergangenen Jahr


Kevin Büttner, Moritz Reinke, Paul Sauer, Michael Kleine, Gerit Rademann, Jens Müller, Tobias Lehmann, Pascal Herrmann, Michael Kleine, Nicole Blumenstein und Dennis Schneider

 




Besondere Würdigung für Unterstützung insbesondere bei wetterbedingten Einsätzen (Dokumentation, Telefonhotline, Verpflegung) an Frauen/ Partnerinnen von Kameraden



 


Julia Standfuß, Janine Redlich, Nicole Nowka, Katrin Kuhnt


 


 


 


 


 

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