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Datum: 11.01.2018
Rubrik: Gesellschaft

Kind sein statt zu schuften

Vielerorts waren Sternsinger wieder unterwegs – Engagem ent gegen Kinderarbeit


Strausberg/Rüdersdorf (sd). Viele Kinder hierzulande beschweren sich, weil sie früh aufstehen müssen, um in die Schule zu gehen. Andernorts auf der Welt können sich viele Jungen und Mädchen nur erträumen, eine Schule besuchen zu dürfen. Noch immer gibt es Kinderarbeit, worauf die Sternsinger in diesem Jahr aufmerksam machen und sammeln, um Betroffenen kindgerechtes Aufwachsen zu ermöglichen.


Kostümiert und mit Weihrauch ziehen alljährlich Kinder von Tür zu Tür, sammeln Spenden für einen wohltätigen Zweck und bringen nach kleinen klangvollen Darbietungen den Segen über der Tür an. Dieses Jahr engagieren sich die Sternsinger gegen Kinderarbeit. „Allein in Indien gibt es derzeit etwa 60 Millionen Kinderarbeiter. Jungen und Mädchen, die den ganzen Tag von früh bis spät unter widrigen Bedingungen schuften müssen, um ihre Familie zu ernähren", erklärt Klemens Stachowiak, Gemeindereferent der Kirchengemeinde St. Hubertus. Nicht nur in der Strausberger Stadtverwaltung, der Caritas in Strausberg und der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Märkisch-Oderland, der katholischen Schule in
Petershagen sowie dem Rathaus Eggersdorf fanden die jungen Gemeindemitglieder Einlass. „Wir zieh‘n von Haus zu Haus in Jesu Namen, bitten von Mensch zu Mensch um Hilfe", sangen die Kostümierten und fügten hinzu, auch kleine Gaben könnten helfen. „Für uns in Deutschland ist es schwer vorstellbar, nicht zur Schule gehen zu können. Was bedeutet Kinderarbeit? Nicht etwa abwaschen und aufräumen, sondern gefährliche Arbeiten, die oft nicht mal Erwachsene machen. Jungen und Mädchen werden ausgebeutet, verlieren ihre Kindheit", so Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler. Es sei wichtig, auch über derartige Themen zu sprechen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. So könne schon mit einem angepassten Einkaufsverhalten, wenn hinterfragt werde, wie enorm günstige Kleidungsstücke entstehen, etwas bewegt werden. Die Erwachsenen trügen Sorge, dass Kinder gerecht und behütet aufwachsen können, so Stadeler weiter.


Nachdem viele Verwaltungsmitarbeiter kleine und größere Spenden gegeben hatten, wurde der Segen „20*C+M+B+18" über der Eingangstür angebracht. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung bereiteten den Kindern und ihren Begleitern eine kleine Stärkung, bevor es weiter ging. Schon seit rund 25 Jahren gehen Kinder und Jugendliche der Gemeinde St. Hubertus als Sternsinger umher, wie Klemens Stachowiak berichtet. Etwa einen Vormittag zog er mit dem Trupp nun durch Strausberg und das Doppeldorf.


Auch im Rüdersdorfer Rathaus begrüßten Bürgeremiester André Schaller und Mitarbeiter der Verwaltung Sternsinger. Hier kamen die Jungen und Mädchen von der Gemeinde „Heilige Familie", die sich über Rüdersdorf, Woltersdorf, Schöneiche, teils bis nach Münchehofe erstreckt. Seit Samstag besuchten sie nicht nur öffentliche Einrichtungen, sondern auch über 60 Haushalte im Gemeindegebiet, wie Carola Dudziak erklärt. Auch im „Immanuel Haus am See", der Klinik, im evangelischen Pfarramt, zwei Apotheken in Schöneiche und erstmals im Caritas-Büro waren sie. „Mit den Spenden werden rund 1.600 Projekte unterstützt. Kindern, die unter schlechtesten Bedingungen schuften müssen, wird Zeit zum Spielen gegeben. Entsprechend werden Verdienstausfälle der Familien ersetzt und Bildungschancen geboten, um eine bessere Zukunft zu sichern", so Dudziak weiter. Seit elf Jahren begleitet sie die Sternsinger der Gemeinde und findet, „es ist eine schöne Tradition geworden".


Unterstützungsmöglichkeiten und weitere Informationen gibt es unter www.sternsinger.de.



BU1: Zogen die Blicke auf sich: Sternsinger der Gemeinde „St. Hubertus" auf dem Weg von der Strausberger Statverwaltung zum Büro der Caritas.      Fotos (2): BAB/sd


BU2: Die Buchstaben „C, M, B" im Segen über der Tür in André Schallers (rechts) Büro, den er mit den Kindern anbrachte, stehen für Caspar, Melchior und Balthasar.

 



 


 



 


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