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Datum: 09.10.2017

Die grüne Stadt am See erhalten

Neu gegründete Bürgerinitiative – Verdichtung vor Zersiedelung


Strausberg (sd). Der städtische Naturreichtum gilt als Markenzeichen der grünen Stadt am See. Doch jüngste Planungen der Stadtverwaltung zur Bebauung von Flächen in Johanneshof und Am Wäldchen Süd führten zur Gründung einer Bürgerinitiative.


Strausberg wächst nach wie vor, doch es mangelt an Flächen zum Bauen. Überlegungen, die Stadt in Richtung Osten zu erweitern, wurden kritisch aufgenommen. Konkret geht es um rund 120.000 QuadratmeterWald- und Trockenrasengebiete in Strausberg-Ost, Johanneshof und Am Wäldchen-Süd. „Grundsätzlich haben wir nichts gegen die Erweiterung der Stadt, fordern jedoch, dass Verdichtung vor Zersiedelung gehen sollte", so Thomas Dahl von der neuen Bürgerinitiative. In ihren Infomaterialien sprechen sich die inzwischen gut 50 Mitglieder für den Erhalt der Grünflächen als Erholungsgebiete aus und fordern eine Prüfung alternativer Standorte. „Es geht nicht vorrangig um unsere Wohnruhe, sondern darum, den Naturraum auch für unsere Kinder und Kindeskinder zu erhalten", heißt es weiter.


Neben wichtigen Versickerungsflächen für den Straussee handle es sich um ein Wasserschutzgebiet der Stufe drei, wie die engagierten Bürger weiter ausführen. Zudem seien zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten auf dem Areal anzutreffen. Um dies deutlich zu machen, laden zwei Vertreter der Initiative regelmäßig sonntags zu Wanderungen durch Strausberg-Ost ein. „Kind und Kegel sind herzlich eingeladen, sich selbst von der Schönheit der Region zu überzeugen", ergänzt Dahl. Um 9.30 Uhr geht es am Eingang zur Kleingartenanlage „Am Annafließ", gegenüber der Rehfelder Straße 7 los.


Von Seiten der Stadtverwaltung wird argumentiert, dass viele innerstädtische Flächen Privatland und Eigentumsrechte von Flächen zu klären seien. Dass die Infrastruktur mit der angedachten Erweiterung an ihre Grenzen stoße und es doch einfacher sei, brach liegende Areale zu bebauen, halten die Anwohner dagegen. Strausberg solle nicht zur Schlafstadt werden angesichts vieler Pendler, die im Umland arbeiten. Zudem merkte Stadtwerkechef Andreas Gagel an, dass zahlreiche Routen zum Strausberger Flugplatz nahe dem vorgesehenen Planungsgebiet verliefen. Gleichzeitig zeigen sich die Initiativenmitglieder offen für konstruktiven Austausch und sachliche Diskussionen. Viele Fragen seien noch zu klären.


Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, wollen die Mitglieder der Bürgerinitiatvie Naturraum Strausberg-Ost mit einem Stand zu Festen und Versammlungen regelmäßig informieren. Über aktuelle Entwicklungen halten sie über Facebook auf http://facebook.com/NaturraumStrausbergOst/ auf dem Laufenden. E-Mail-Kontakt unter buergerinitiative@naturraum-srb-ost.de.



BU: Auch zur vergangenen Stadtverordnetenversammlung waren die Mitglieder der neuen Bürgerinitiative mit einem Infostand am Eingang vertreten.     Foto: BAB/sd


 



 


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