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Datum: 29.09.2017
Rubrik: Vereinsleben

Rudersport wird barrierefrei

Para-Ruderabteilung feierte dreijähriges Bestehen – Neues Rettungs- und Begleitboot übergeben


Rüdersdorf (sd). Bereits im Juli konnte mit der Para-Abteilung des Rüdersdorfer Rudervereins ein außergewöhnliches Sportangebot drei Jahre Bestehen feiern. Kürzlich wurde mit dem neuen Rettungs- und Begleitboot ein passendes Geschenk eingeweiht.


Den Rudersport auch für körperlich und geistig behinderte Menschen zu öffnen, sei ein kompliziertes und umfangreiches Aufgabengebiet, das viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen erfordere, erklärte Abteilungsleiter Lutz Bühnert. Nachdem Enrico Schildberg der erste war, der „bei dieser fixen Idee mitmachte", zählt die Abteilung heute 19 Mitglieder. „So viele Behinderte unter dem Dach eines Vereins mit Nichtbehinderten, das ist wohl im Land einzigartig", so Bühnert.


Der Petershagener Enrico Schildberg ist indes zum zweitschnellsten Rollstuhlfahrer im Rudersport aufgestiegen. Je nach Einschränkung werden vielfältige Anforderungen an die genutzten Boote gestellt. So musste für Schildberg neben den beiden Schwimmern, die für Stabilität sorgen, auch ein eigener Sitz installiert werden, der dem ab der Hüfte Gelähmten Halt gibt. „Wir hätten vor drei Jahren nicht erwartet, so erfolgreich zu sein", sagt Schildberg.


„Viele der Boote konnten wir nur über Sponsoren beschaffen, auch das neue Rettungs- und Begleitboot", ergänzt Bühnert. Der ursprüngliche Katamaran, der über einen dritten Rumpf vor dem Motor zusätzlich stabilisiert wird, sei ursprünglich als Spaßboot vermarktet worden. Lutz Bühnert sah das schwimmende Gefährt in Aktion und erkannte schnell den praktischen Nutzen für die Para-Ruderer. Teils in Eigenarbeit waren einige Anpassungen notwendig. So wurden Holzebenen angepasst, um sie unkompliziert absenken zu können. Wie Vorführungen belegten, kann so eine Person das Boot genug absenken, dass auch Rollstuhlfahrer ohne Probleme vom Steg herüberfahren können. Zusätzliche Griffe erleichtern die Aufnahme gekenterter Sportler. „Natürlich hoffen wir, das Boot nicht für Rettungseinsätze nutzen zu müssen, auch wenn wir es dafür haben", so Bühnert.


Als Begleitboot haben Betreuer, Trainer und Gäste künftig bessere Möglichkeiten, die Sportler zu unterstützen. Mit diesem Geschenk werde das Engagement der Beteiligten gewürdigt, wie der Vereinsvorsitzende Heinz Bischoff schloss und auch dem Land für die Förderung dankte.



BU: Auf dem neuen Begleit- und Rettungsboot findet auch Enrico Schildberg in seinem Rollstuhl sicheren Halt. Aufgrund der Konstruktion mit drei statt der üblichen zwei Bootsrümpfe ist das „Trikat" getaufte Fahrzeug außergewöhnlich stabil in der Lage und doch flexibel genug, um nah an Gekenterte oder Steghöhen zu kommen.     Foto: BAB/sd


 



 


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